Zwei einfache Methoden, um auf Knopfdruck kreativ zu sein

Das Gefühl, keine Idee zu haben, hat mich irgendwann zur Weißglut getrieben. Ob das jetzt für einen neuen Songtext, eine neue Melodie oder auch einfach beim erstellen des Einkaufszettels war. Ich wollte unbedingt einen Weg finden, wie ich zu jeder Zeit auf Ideen komme, egal in welcher Situation. Und ich habe meinen Weg gefunden!


Kreativität lässt sich nicht trainieren, dachte ich früher. Aber so ist es nicht - im Gegenteil - je häufiger du dich zur kreativen Arbeit zwingst, desto leichter fällt es dir. Seidem ich versuche, jeden Tag für einen kurzen Moment wirklich kreativ zu sein, komme ich auch in stressigen Situationen immer auf einen hilfreichen Gedanken. Meine Methoden, die Kreativität anzukurbeln, sind dabei ganz unterschiedlich.


Methode 1: Object writing


Eine Methode, die ich aus einem Buch ("writing better lyrics", von Pat Pattinson) über Songtexte schreiben gelernt habe, nennt sich Object writing. Es ist eine simple Methode, das Gehirn zum Arbeiten zu bringen. Die Idee dahinter ist, seine Gedanken ohne Umwege aufs Papier zu bringen. Das heißt, egal an was du gerade denkst, du schreibst es auf. Ausgangspunkt hierfür ist ein beliebiges Objekt, wie zum Beispiel "Glühbirne" oder "Apfel". Es kann wirklich alles sein. Falls mir spontan keines einfällt, habe ich dafür eine App, die mir auf Knopfdruck irgendwelche beliebigen Wörter ausspuckt. Das erste, das mich inspiriert verwende ich dann.


Ich nehme mir also das Objekt und dann geht es los. Ein 5 Minuten Timer wird eingestellt. Dann heißt es schreiben. Alles! Jeden Gedanken! Wichtig dabei ist, nichts zu verwerfen, den inneren Kritiker komplett auszuschalten und alles zuzulassen.


Als kleine Hilfestellung stelle ich mir während der Aufgabe verschiedene Fragen, die ich einfach nur noch beantworten muss. Die Fragen beziehen sich auf die Sinneswahrnehmungen, die ich bei diesem Objekt habe. Ich frage mich beim Schreiben also. Was sehe ich? Was höre ich? Was fühle ich? Was rieche ich? Was schmecke ich? Was befindet sich in meiner Umgebung? Zunächst erst einmal alles im Bezug auf das Objekt. Es kann aber sein, dass meine Gedanken plötzlich von dem Objekt abschweifen und in eine ganz andere Richtung gehen. Egal was passiert, ich schreibe einfach weiter ohne zu beurteilen, was ich da schreibe. Auf das kommt es an. Es gibt kein richtig oder falsch, kein gut oder schlecht. Es zählt nur der Gedankenfluss.


Es ist unglaublich, wie schnell ich mich daran gewöhnt habe, diese Übung zu machen. Bereits beim dritten oder vierten Mal hatte ich keine Probleme mehr aus dem Nichts ein komplettes A4 Blatt voll zuschreiben. Und was noch erstaunlicher ist; Das Geschriebene klingt manchmal sogar richtig gut, auch wenn ich es eigentlich als Wegwerfprodukt produziere.


Methode 2: Spazieren gehen


Es ist erstaunlich, aber heutzutage gibt es ja eigentlich keine Langeweile mehr. Durch die ständige Präsenz des Internets über das Smartphone werden uns alle Situationen genommen, in denen wir uns mal nur mit unseren Gedanken beschäftigen können. In der Ubahn, auf der Toilette, im Wartezimmer beim Arzt, überall können wir uns mit externen Inhalten auseinandersetzen.


Allerdings liebe ich es, mich mal nur auf meine Gedanken zu konzentrieren, ohne von irgendetwas abgelenkt zu werden. Und deshalb mache ich oft Spaziergänge. Meistens muss ich das nicht extra einplanen, sondern es reicht auch, wenn ich anstatt mit dem Auto mal zu Fuß zum Einkaufen gehe. Immer wieder versuche ich mir die Zeit zu nehmen, mich bei einem Spaziergang nur mit meinen Gedanken zu beschäftigen. Auch hier ist es bemerkenswert, was das Gehirn eigentlich für unglaubliche Ideen bringt. Schon nach wenigen Sekunden beginne ich beim gehen an die verschiedensten Dinge zu denken und kann mich komplett von den Gedanken lösen, die mich eine Minute zuvor beschäftigt haben.


Bei solchen Spaziergängen habe ich nicht selten die Idee für das neue Gitarrenriff, die Hookline für den neuen Songtext oder die zündende Idee für die Bridge in einem Song, den ich seit einiger Zeit versuche zu Ende zu bringen. Alleine spazieren gehen oder sich anderweitig mal nur mit seinen Gedanken beschäftigen trainiert die Kreativität ungemein.


Jeder Mensch ist kreativ. Davon bin ich überzeugt. Kreativität ist in unserer DNA. Sie ist das, was uns Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Also lässt sie sich auch pflegen und trainieren. Jeder kann es machen, zu jeder Zeit. Und wer damit beginnt, sich täglich ganz bewusst mit einer kleinen Kreativitätsübung zu beschäftigen, dem werden die Ideen nicht nur beim Songs schreiben zufliegen.


Natürlich gibt es noch unzählige weitere Methoden, um auf kreative Gedanken zu kommen. Für einen neuen Song reichen mir diese beiden meistens schon aus. Also lasst euch nicht aufhalten und legt am besten gleich mit einem Stift und Zettel los.











Musikcoach München

Leo Kukral

Kothieringerstraße 12

81825 München

0176 55535827

info@musikcoach-muenchen.de

  • Instagram
  • YouTube - Schwarzer Kreis