Social Media - Fluch und Segen für alle, die sich selbst etwas aufbauen wollen

An dem Thema Social Media kommt heutzutage keine Musikerin und kein Musiker mehr vorbei. Aber nicht jedem fällt es leicht die Plattformen so für sich zu nutzen, dass es einem auch richtig Spaß macht. Mir ging es zumindest sehr lange so. Bis ich für mich eine Herangehensweise gefunden habe, mit der ich die Begeisterung für Social Media entwickeln konnte.

Für viele gleicht Social Media einem Mysterium. Mir geht es da auch so. Auf der einen Seite weißt du, dass die verschiedenen Kanäle dir so viele Möglichkeiten bieten, die du einfach nur nutzen müsstest. Aber auf der anderen Seite tust du dir so schwer, das ganze auch wirklich durchzuziehen und umzusetzen.

In den Social Media Kanälen schwingt für mich immer dieses Gefühl der Selbstdarstellung mit. Wenn du etwas postest, dann willst du natürlich auch, dass andere darauf reagieren. Egal, wie sehr du dir einredest, dass dir das nicht so wichtig ist. Und so geht es wahrscheinlich jedem, der auf seinem Kanal etwas veröffentlicht.

Es gibt aber auch einige, für die regelmäßiges posten kein Problem darstellt. Sie denken nicht darüber nach, sondern machen einfach. Natürlich ist auch hier der Wunsch da, möglichst viele positive Reaktionen zu bekommen. Aber ich glaube, dass es dennoch einen Unterschied gibt zwischen denen, die sich mit Social Media leicht tun und denen, für die Social Media mehr Arbeit als Vergnügen ist.

Im Prinzip ist es relativ einfach, Social Media erfolgreich zu betreiben. Alles, was du dafür tun musst, findest du überall im Netz. Es gibt so viel Content zu dem Thema, dass es eigentlich für niemanden ein Problem sein dürfte, seine Followerzahlen wachsen zu lassen.

Aber trotzdem scheint es ein unstillbares Verlangen nach Hacks und Tricks zu geben. Das erkennt man allein schon an der Menge an Content, die es zum Thema Social Media Wachstum gibt.

Mein persönliches Social Media Dilemma

Als ich selbst mit Social Media begonnen habe, war mein einziger Antrieb, Leute auf mich aufmerksam zu machen. Ich gehörte nie zu denjenigen, die aus Lust und Laune heraus auf Facebook etwas gepostet haben. Ich habe auch nur selten Kommentare geschrieben oder Likes abgegeben. Für mich war Social Media also immer eher ein Ort, an dem ich Content von anderen konsumiert habe, anstatt selbst wirklich aktiv zu sein.

Bei meinen ersten Posts wusste ich also überhaupt nicht, wie ich das machen sollte. Ich hatte keine Ahnung, welches Foto ich posten soll und immer diese Angst, irgendetwas falsch zu machen. Also habe ich einfach das gemacht, was ich bei anderen gesehen habe. Ohne mir darüber Gedanken zu machen, ob das auch zu mir passt.

Nach kurzer Zeit steckte ich dann in einem Dilemma. Denn einerseits wusste ich, dass ich Social Media nutzen will, um diese Chancen nicht liegen zu lassen. Aber andererseits hatte ich keine Idee, was ich posten soll. Ich fühlte mich einfach nicht wohl in der Rolle als jemand, der die ganze Zeit irgendetwas von sich gibt, nur um auf sich aufmerksam zu machen.

Für mich waren also zwei Dinge klar:

  1. Ich will auf jeden Fall die Chancen von Social Media nutzen.
  2. Ich will nicht das Gefühl haben, als jemand wahrgenommen zu werden, der sich nur selbst darstellt.

Drei Punkte, auf die es bei Social Media wirklich ankommt

Also habe ich mich auf die Suche nach einer Lösung gemacht, wie sich diese beiden Punkte miteinander vereinbaren lassen.

Und als erstes suchte ich nach Informationen zu der Frage: “Worauf kommt es an, um auf Social Media erfolgreich zu sein?”

Es gibt unglaublich viel Content zu diesem Thema. Der eine mehr und der andere weniger hilfreich. Interessanterweise lässt sich die Antwort fast immer auf die selben drei Punkte herunterbrechen.

Die Tipps klingen deshalb auch eher wie Floskeln als wirkliche Tipps. Einfach weil sie immer wieder genannt werden:

  • konsistent posten und zwar so häufig wie möglich
  • Mehrwert liefern anstatt zu verkaufen
  • selbst aktiv sein und liken, kommentieren, Leute anschreiben

Eine Sache hat mich an dieser Stelle erstaunt. Keine dieser Aussagen führt zwangsweise zu dem Gefühl, sich selbst möglichst gut darstellen zu müssen.

Das heißt, mein Dilemma mit Social Media ist im Grunde gar kein Dilemma. Denn um die Chancen von Social Media zu nutzen spielt die Selbstdarstellung gar keine Rolle.

Social Media ist nicht dafür gedacht, sich möglichst gut zu verkaufen. Es ist nur das, was du intuitiv machst, weil du dich permanent mit anderen vergleichst.

Du glaubst, nur etwas posten zu können, wenn es auch besser, schöner, wichtiger ist als das, was andere machen. Niemand stellt sich freiwillig in einenm schlechten Licht dar. Also versuchst du natürlich nur das zu zeigen, was dich gut aussehen lässt.

Für mich hat sich durch diese Erkenntnis die komplette Herangehensweise an das Thema Social Media geändert.

Der Erfolg auf Social Media hängt vom Blick des Betrachters ab

Ich konzentriere mich mittlerweile nur noch auf diese drei Punkte, auf die sämtliche Social Media Strategien immer wieder zurückkommen. Und ich interpretiere sie auf eine Art und Weise, sodass für mich die Arbeit mit Social Media möglichst viel Spaß macht.

Und so bin ich an die Sache rangegangen:

Punkt 1: Konsistent posten und zwar so häufig wie möglich

Mein erstes Ziel war es, eine Routine zu etablieren, um die Konstanz in meiner Anzahl an Posts zu erreichen. Und das auch erst einmal unabhängig vom Content und erst recht von irgendwelchen Zahlen.

Ich wollte mich daran gewöhnen, regelmäßig zu posten ohne näher darüber nachzudenken.

Egal, wie viel du auf Social Media machst. Mehr geht theoretisch immer. Deshalb habe ich mich zunächst mal auf eine Pace festgelegt, bei der ich das Gefühl hatte, dass ich das langfristig leisten kann.

Die Idee dahinter war, wenn erst einmal die Routine etabliert ist, dann lässt sich auch leichter die Pace nach und nach erhöhen.

Ich habe es komplett selbst in der Hand, ob ich etwas poste oder nicht. Daher wusste ich auch, dass es nur an mir selbst liegt, wenn ich es nicht schaffe diese Konstanz aufrecht zu erhalten.

Mit dem Ziel, Social Media zu meiner Routine zu machen habe ich es geschafft, mich nicht mehr von irgendwelchen Zahlen demotivieren zu lassen. Denn mir geht es in diesem Falle nicht darum zu wachsen, sondern mir selbst zu zeigen, dass ich die Konsistenz hinbekomme.

Mein Fazit:

Mittlerweile habe ich es seit fast einem Jahr geschafft, mindestens 3 Mal in der Woche auf Instagram zu posten und jede Woche ein Video auf YouTube hochzuladen.

Punkt 2: Mehrwert liefern anstatt zu verkaufen

Dieser Punkt hat sicher den größten Interpretationsspielraum. Denn von überall her hallt es durch alle Social Media Tipps und Tricks. “Du musst Mehrwert liefern, damit Leute dir folgen!”

Nur stellt sich mir sofort die Frage: “Wie definiere ich denn einen solchen Mehrwert? Woran kann ich das messen? Und was ist, wenn ich den Mehrwert nur aus dem Grund liefere, um etwas zu verkaufen? Ist das dann wirklich ein Mehrwert oder einfach nur eine getarnte Form des Verkaufens?”

Es lässt sich keine einheitliche Meinung finden. Wenn der eine dies behauptet, dann sagt der nächste genau das Gegenteil. Mir war klar, dass ich die Aussage “Mehrwert liefern anstatt zu verkaufen” deshalb auf meine eigene Art interpretieren muss.

Meine Interpretation lautet demnach wie folgt: “Liefere Mehrwert, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten!”

Wenn ich beispielsweise einen Tipp zu einem Thema poste und mich danach darüber beschwere, dass dieser Tipp nur wenig Likes und Kommentare bekommen hat. Dann habe ich die Aufgabe nicht erfüllt. Dann merke ich nämlich, dass ich den Post nicht abgesetzt habe, um Mehrwert zu liefern, sondern nur, um viele Kommentare und Likes zu bekommen.

Die Anzahl an Likes und an Kommentaren spiegelt aber nur wieder, wie groß der Mehrwert war, den du geliefert hast. Hast du viel Mehrwert geliefert, dann werden auch die Likes und Kommentare hoch sein.

Das heißt, du selbst kannst gar nicht bestimmen, wie groß der Mehrwert ist. Du bestimmst nur, welchen Inhalt du lieferst.

Deshalb ist in meinen Augen auch die Aussage falsch, die häufig getroffen wird: “Egal wie viel Mehrwert ich liefere, meine Followerzahlen steigen einfach nicht.”

Meine Herangehensweise sieht mittlerweile wie folgt aus:

Immer wenn ich etwas poste gebe ich mein bestes, um einen wirklichen Mehrwert zu liefern. Es kann sein, dass ich selbst diesen manchmal höher oder niedriger einschätze. Ich habe aber keinen Einfluss darauf, ob meine Einschätzung auch so von anderen wahrgenommen wird.

Aber ich habe den Anspruch immer das Beste abzuliefern, was ich in dem Moment leisten kann.

Die Reaktionen auf den Post nehme ich dann als Feedback. Als reine Information darüber, ob denn der Post tatsächlich einen Mehrwert geliefert hat und wie hoch dieser von den Leuten wahrgenommen wurde.

Eines habe ich gelernt, damit mir Social Media viel mehr Spaß macht:

Wenn du für alles die Verantwortung bei dir selbst suchst, dann kommst du auch viel besser damit klar, wenn die Zahlen nicht deinen Vorstellungen entsprechen.

Mein Fazit:

Natürlich schwingt immer die Hoffnung mit, dass ein Post mal durch die Decke geht, weil du irgendeinen Nerv getroffen hast. Seit ich aber viel mehr für mich selbst poste und analysiere, welcher Post gut funktioniert und welcher weniger. Seitdem verspüre ich kaum noch einen Druck was Social Media anbelangt.

Was das Wachstum betrifft habe ich den Dreh noch nicht wirklich raus. Aber ich weiß, dass es zuallererst an mir selbst und meinem Content liegt und nicht an einer Strategie, dem Algorithmus oder sonst irgendeinem externen Faktor.

Punkt 3: Selbst aktiv sein und liken, kommentieren oder Nachrichten schreiben

Als jemand, der Social Media immer nur konsumiert und nicht aktiv verwendet hat, fällt mir persönlich dieser Punkt am schwersten.

Aber natürlich macht es total Sinn, dass es bei Social Media vor allem um den sozialen Austausch geht.

Wenn keiner aktiv kommentieren, likes verteilen oder Nachrichten schreiben würde, wäre Social Media nichts anderes als eine reine “Media” Plattform. Ohne das “Social”.

Ich habe aber mittlerweile einen Weg gefunden, wie es mir leichter fällt, mich mehr auf den Plattformen zu engagieren. Indem ich mir wirklich bewusst mache, dass hinter jeder Zahl, hinter jedem Follower, eine Person steckt.

Also jemand, den du anschreiben kannst, mit dem du ein Gespräch beginnen kannst.

Ich stelle mir das wie auf einer Party vor. Wenn du immer nur in der Ecke stehst und die Leute beobachtest, dich aber nie an Gesprächen beteiligst. Dann brauchst du dich auch nicht wundern, dass sich dein soziales Umfeld nicht vergrößert.

Für mich ist die folgende Formel deshalb relativ klar. Aber leider frisst sie auch am meisten Zeit.

Je aktiver du mit Leuten in Kontakt trittst und dich an Konversationen beteiligst, desto größer wird dein sozialer Kreis, also auch deine Followerzahl.

Mein Fazit:

Genau wie bei den anderen beiden Punkten liegt es an dir selbst, ob dein Social Media Kanal größer wird oder nicht. Für mich ist es viel Arbeit sich daran zu gewöhnen aktiver zu sein. Auch mal Leute ohne einen tieferen Hintergedanken anzuschreiben, um in Kontakt zu treten und sich auszutauschen.

Aber ich habe in den letzten Monaten auch gemerkt, wie bereichernd das sein kann. Wie viel mehr einem eine inspirierende Konversation gibt, als eine Handvoll neuer Follower. Ich versuche jedenfalls meine Social Media Aktivität mehr auf den Bereich “Social” zu fokussieren, anstatt auf Follower Jagd zu gehen.

zum Abschluss

Der Schlüssel, damit du Social Media erfolgreich betreiben kannst liegt darin, dich darauf zu konzentrieren, was du selbst beeinflussen kannst und alles andere als Feedback zu nehmen, woran du noch etwas feilen könntest.

Denn wenn du das machst, bestimmst du selbst, was für dich eine erfolgreiche Social Media Präsenz bedeutet. Du behältst die Kontrolle und lässt dich von nichts mehr verrückt machen.

Februar 2021
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